Viele verbinden außerdem einen Urlaub an der Jütländischen Westküste mit der Jagd nach ”den Tränen der Götter” oder ”Dänemarks Gold”. Lieben Kindern gibt man viele Namen, und es ist ein ganz besonderes Erlebnis, mit Gummistiefeln in die Brandung zu gehen und danach zu suchen. Natürlich ist die Rede vom Bernstein. In Wirklichkeit ist es 30-50 Millionen Jahre altes Harz von der Bernsteinkiefer.
Es braucht Erfahrung, Geduld und auch eine gute Portion Glück, um einen Bersteinklumpen zu finden. Doch am besten ist es gerade an der jütländischen Westküste, wenn der Wind einige Tage aus West oder Südwest geweht hat, und das Wasser danach ruhig wird. Der meiste Bernstein treibt mit Seepflanzen und Tang an Land.
Vielleicht ist Bernstein der älteste Edelstein der Welt. Wir wissen, dass bereits in der älteren Steinzeit die alten Nordbewohner den Bernstein wertschätzten und damit in Tauschgeschäften mit Händlern aus Italien und Griechenland bezahlten. Im Rom der Kaiserzeit war Bernstein hoch modern und wurde nicht nur für Schmuck eingesetzt, sondern auch für Becher und andere praktische Zwecke. Die Römer wussten auch, dass, wenn Bernstein angezündet wird, es einen aromatischen Duft ausscheidet, und daher als Weihrauch verwendet werden konnte. Das Meisterwerk aller Meisterwerke aber war das heute verschwundene Bernsteinzimmer in Sankt Petersburg.
Sollte man das Glück haben, einen Bernstein zu finden, ist es eigentlich ganz einfach, ihn von einem normalen Stein zu unterscheiden. Bernstein ist leicht und wiegt nur ein Drittel vom Gewicht eines normalen Steines. Bernstein hat einen hohlen Klang; wenn man ihn vorsichtig gegen die Zähne klopft, klingt es hohl. Mit einem Stein kann man im Bernstein kratzen, so dass sich kleine Splitter lösen. Schließlich brennt Bernstein mit einer roten, rußigen Flamme. Im übrigen wird Bernstein elektrisch, wenn man ihn reibt und das Wort stammt tatsächlich aus dem griechischen Wort für Bernstein ”Elektron”!
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© Jørgen Hansen