Der Innenraum der ältesten Kirche Amsterdams - der Oude Kerk - ist ausgesprochen malerisch. Für den Besucher kaum zu entdecken, befindet sich die Wandmalerei unter der großen auf Marmorsäulen ruhenden Orgel aus dem Jahre 1742. Die zwischen den Säulen befindliche Holzvertäfelung wurde mit einer Marmorimitation versehen. Diese Lösung hatte man nicht nur aus Kostengründen, sondern vor allem deswegen gewählt, weil sie für das in den weichen Moorboden gelegte Fundament weniger Belastung darstellte. Als der Marmor 1978 restauriert werden musste, malte der (Marmor-)Maler Henk Dogger auf einfallsreiche Weise sein Selbstporträt in das Bild hinein. Das Ergebnis ist ein überraschendes Suchbild links unter der Orgel, nahe dem Fußboden. Eine weitere Überraschung hält der Innenraum dieser Kirche in Form von drei prächtigen Glasmalereifenstern aus dem Jahre 1555 bereit.
Eine primitive Minerva aus dem Jahre 1632
Der Ursprung der Universität von Amsterdam liegt in der mittelalterlichen Kapelle des Agnietenklosters. Als das Atheneum Illustre hier im Jahre 1632 untergebracht wurde, dekorierte man die Holzdecke eines der Vorlesungssäle mit verschiedenen Gemälden. Auf einem von ihnen befindet sich Minerva, die Göttin der Weisheit. Man sieht sie hier auf primitive, doch außergewöhnlich rührende Weise mit Helm, Schild und Lanze abgebildet. Außerdem sind auf der Decke verschiedene Blumenmotive und Kämpfe zwischen Engeln und Teufelsfiguren zu erkennen. Die Decke befindet sich auf der 1. Etage neben dem großen Vorlesungssaal aus dem Jahre 1632, der auch heute noch für Veranstaltungen der Universität benutzt wird.
Sammlung eines Herrn aus dem 19. Jahrhundert
Besucher, die die Tür des Museums Willet-Holthuysen öffnen, fühlen sich ins 19. Jahrhundert zurückversetzt. Am Interieur hat sich seit dem Jahr 1889, in dem das Museum eröffnet wurde, so gut wie nichts verändert. Eins der Zimmer beherbergt die Sammlung von Abraham Willet, einem der letzten Bewohner dieses Grachtenhauses. Er hatte hier eine Fülle von Objekten zusammengetragen, u.a. Stiche und Zeichnungen sowie Sammelobjekte und goldene und silberne Ziergegenstände und Fächer. Neben Kunst aus der damaligen Zeit findet man hier auch Stücke, die nach alten Vorbildern angefertigt worden sind. Diese waren zu jener Zeit sehr in Mode und entsprangen der Neugier nach schönen, seltsamen und besonderen Dingen der Vergangenheit. Typisch für diese Strömung ist ein Porträt von Abraham Willet an der Wand, von dem aus er auf seine Sammlung zu schauen scheint: ein Herr des 19. Jahrhunderts, abgebildet in einer Ritterrüstung des 17. Jahrhunderts.
© www.holland.com